Institut für Sportmedizin & Prävention der Universität Leipzig

Innovationsprojekt HITS

Übersicht

Das menschliche Herz leistet 24 Stunden am Tag überlebenswichtige Arbeit, indem es das Blut in den Blutkreislauf pumpt und damit alle anderen Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Durch Erkrankungen der Herzmuskulatur, der Herzkranzgefäße oder auch bei chronischem Bluthochdruck, kann das Herz langfristig geschädigt werden und seine Leistungsfähigkeit nimmt ab. Die daraus resultierende unzureichende Versorgungsfähigkeit des Herzens nennt man Herzinsuffizienz.

Die Herzinsuffizienz (HI) ist in Deutschland die häufigste Ursache für eine stationäre Krankenhausaufnahme, mit kontinuierlich steigender Tendenz um ca. 50% in den nächsten 25 Jahren. Die Lebensqualität leidet oft unter der HI. Die Symptome sind häufig unspezifisch, wie z.B. leichte Atemnot oder nächtlicher Harndrang und werden zunächst vielfach nicht erkannt. Damit verrinnt die Zeit, in der die effizienteste Therapie möglich wäre. Die Folge ist dann ein stetiges Fortschreiten der Krankheit und eine Erhöhung des Sterblichkeitsrisikos.

Für die Behandlung ist neben der Medikation durch den Hausarzt oder Kardiologen ein individuell angepasstes körperliches Training sowie eine grundlegende Lebensstiländerung essentiell. Das Gesundheitssystem sieht diese komplexe Versorgungsform bislang nicht vor, obwohl großer Bedarf besteht.

Das Institut für Sportmedizin & Prävention der Universität Leipzig und die Medizinische Hochschule Hannover begegnen zusammen mit dem Herzzentrum Leipzig, der DiaVention GmbH und der AOK Plus Sachsen & Thüringen diesen Problemen mit einer neuen, kohärenten Versorgungsform. Das Innovationsprojekt „HITS“ umfasst die Früherkennung der Herzinsuffizienz, eine individualisierte und kontinuierlich angepasste Therapie auf online Basis, sowie einen für alle Beteiligten leicht verfügbaren Informationsfluss durch eine spezielle HITS-App.

Am Anfang des Projekts steht eine Untersuchung zur Früherkennung der HI. Mit Hilfe eines Fragebogens, den der Hausarzt mit Patienten aus Risikogruppen bespricht, kann das HI-Risiko ermittelt werden. Besteht der Verdacht auf eine HI, kann den Patienten die Teilnahme am Projekt angeboten werden. Anschließend werden die Patienten in ein onlinegestütztes Sportprogramm eingewiesen und permanent durch das Support-Team eines Versorgungspunktes begleitet. Patienten mit einer bereits bekannten HI, die in hausärztlicher oder kardiologischer Behandlung sind, können gleichfalls an der Versorgungsstudie teilnehmen.

Die Behandlung anderer Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma oder Diabetes ist Teil des Projekts. In der HITS-App erhalten die Patienten krankheits- und therapierelevante Informationen sowie eine individuelle Trainingsanleitung. Die gesundheitlichen Fortschritte können die Patienten mit der HITS-App selbst verfolgen. Bei Problemen oder Fragen steht den Patienten ein ärztlich geleitetes Service-Zentrum mit speziell ausgebildeten Krankenschwestern und Sportwissenschaftlern zur Verfügung. Dieser Versorgungspunkt begleitet die Patienten in dem Programm und kann Therapieanpassungen vornehmen, die Patienten bei Bedarf anrufen oder ggf. einen Termin bei dem behandelnden Kardiologen vereinbaren.

Insgesamt ist das HITS-Projekt absehbar eine deutliche Verbesserung der Behandlungsoptionen für Patienten mit Herzinsuffizienz im mittel- und langfristigen Verlauf. Bei erfolgreicher Evaluation kann das Programm sogar in die Regelversorgung übernommen werden.

HITS

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